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Gesellschaft

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Gesellschaft Artikel

Grundsätzlich muss unterschieden werden zwischen einem Alltagsverständnis von Gesellschaft (beispielsweise 'eine Menge von Personen', oder spezieller: "in guter Gesellschaft sein", "gesellschaftlichen Anschluss suchen", "das ist mir eine feine Gesellschaft") und der Verwendung des Begriffs in der Soziologie bzw. den Sozialwissenschaften überhaupt und in dem Privatrecht. Biosoziologisch gesehen ist der Mensch 'von Natur in Gesellschaft', mit (bereits) Aristoteles' Worten also ein zóon politikón, ein auf 'Staaten-(Gemeinden-, Poleis-)Bildung angelegtes Tier'.

Die Herkunft des Begriffes "Gesellschaft" ist aus altertümlich gewordenen Worten wie "Geselle" erkennbar (vgl. Gleich und gleich gesellt sich gern). Eine häufig implizite Bedeutung des Begriffs Gesellschaft ist, dass seine Mitglieder ein gegenseitiges Interesse oder ein Interesse an einer allgemeinen Absichtsetzung teilen.

Inhaltsverzeichnis
Buch-Tipp: Bildung. Ein Essay Bildung zwischen Gesellschaft und Schulalltag Bildung ist zur Zeit wieder ein viel diskutierter Begriff. Von Hentig versucht diesen Tatbestand, den gesellschaftlichen bzw. politischen Einfluss, darzustellen. Für ihn spielen andere Wege zu dem unterrichtlichen Alltag eine große Rolle. Er zeigt jedoch auch neben seiner Kritik an der Bildungspolitik...

Gesellschaft (Soziologie)

Buch-Tipp: Das Unendliche. Mathematiker ringen um einen Begriff: Mathematiker Ringen Um Einen Begriff Verständliches Werk eines Mathematikers Taschner legt in seinem Buch die grundlegenden Merkmalen der Unendlichkeit dar. Der geschichtliche Hintergrund und die auffrischende Schreibweise lässt ein flüssiges lesen zu. Die Anekdoten über die großen Mathematiker wie z. B. Newton, Galilei lassen das Verständnis für die mathematischen Probleme...

Zum Begriff

Die Soziologie versteht allgemein unter Gesellschaft das Zusammenleben von Menschen. Genauer wird darunter ein Kollektiv, z. B. ein Volk, oder ein strukturierter, räumlich abgegrenzter Zusammenhang zwischen Menschen (z. B. "die schwedische Gesellschaft"), oder ein sonst durch die Dichte und Multiplexität sozialer Interaktionen abgrenzbares Knäuel in dem Netzwerk der Menschheit verstanden.

Die Nennung Gesellschaft ist als zentraler Grundbegriff der Soziologie durchaus nicht unbestritten. Analytisch eingeführt wurde der Begriff in die deutsche Soziologie durch den Soziologen Ferdinand Tönnies (1855-1936) 1887 in seinem Werk Gemeinschaft und Gesellschaft. Er stellt hier dem Begriff der Gemeinschaft, welche sich durch gegenseitiges Vertrauen, emotionale Anbindung und Homogenität auszeichnet, den Begriff der Gesellschaft gegenüber, derer sich die Akteure mit je und je individuellen Absichten bedienen, und mit welchen sie dementsprechend ca. lose verknüpft sind. Beide, Gemeinschaft und Gesellschaft, sind für ihn der gemeinsame Gegenstand der Soziologie. An ihn lehnt sich auch Max Weber an, der jedoch den Begriff "Vergesellschaftung" benutzt.

Buch-Tipp: Das große Lexikon der Synonyme Sehr viele Einträge, unschlagbarer Preis, kleinere Schwächen Die Anzahl der Stichwörter in dem "Goßen Lexikon der Synonyme" ist mit 28. Tausend Einträgen wirklich beachtlich. Tatsächlich gibt es kaum ein Wort, das sich nicht in diesem Lexikon findet. Darunter hat allerdings die Anzahl der angebotenen Synonyme etwas zu leiden. In dem Schnitt werden bei...

Konkrete Anwendung des Begriffs

Für konkrete Anwendungen des Begriffs wird die Grenze der Gesellschaft wegen allzu schlecht bestimmbarer Allgemeinbegriffe meist da angesetzt, wo (vermeintlich) die Gemeinsamkeit endet, die mit der Verwendung des Begriffs angedeutet werden soll. Diese Gemeinsamkeiten werden nach verschiedenen Kriterien abgegrenzt. So werden einzelne Länder (Abgrenzungskriterium: Landesgrenzen) als Gesellschaften genannt, ebenso wie Kulturen (Abgrenzungskriterium: Kulturgrenzen) und soziale Systeme.

Wer Soziologie betreibt, wird stets fragen, wer erfolgreich eine "Gesellschaft" definiere. Dies ist schwieriger als beim Staat (auch der Nation) zu ermitteln, der durch völkerrechtlichen Vertrag oder erfolgreiche Proklamation entsteht, oder selbst beim Volk, das sich in dem Selbstverständnis durch symbolische, miteinander eng vernetzte Medien (Sprache, Liedgut, Abstammungs- und andere Mythen usw. als solches versteht, häufig mit dichterischer Nachhilfe - vgl. Homer, Dante, Luther). Wer aber definiert z. B. die polnische Gesellschaft, d. h. grenzt das oben angesprochene "Knäuel" in dem sozialen Netzwerk Ostmitteleuropa als das polnische ab? Vermutlich Soziolog/inn/en.

Den politischen Eliten kann das kaum Recht sein. Die neoliberale Politikerin Margaret Thatcher stellte die Existenz von "Gesellschaft" überhaupt in Abrede.

Buch-Tipp: Der Begriff Angst. Das Mögliche und die Angst ------- "&. die Angst, daß ich mich verraten könnte und alles das sagen, wovor ich mich fürchte, und die Angst, daß ich nichts sagen könnte, weil alles unsagbar ist, - und die anderen Ängste . . . die Ängste. Ich habe um meine Kindheit gebeten, und sie ist wiedergekommen, und ich fühle, daß sie stets noch so...

Soziologische Schulen und ihr Zugriff zur "Gesellschaft"

Im (z. B.) Strukturfunktionalismus bildet sich aus Akteuren eine "Gesellschaft", wenn sie in der Lage ist, mittels bestimmter sozialer Funktionen die menschlichen Bedürfnisse zu befriedigen (vgl. Talcott Parsons, aber auch: Funktionalismus). Funktional darauf ausgerichtet bilden sich "Institutionen", ohne die Herausbildung von entsprechenden "Strukturen" ist eine dauerhafte Bedürfnisbefriedigung nicht möglich. Auch ein Robinson Crusoe überlebt nur, weil er die Methoden zur Bewältigung der Welt (Normen, Werte, Fähigkeiten) verinnerlicht hat, weil er die Gesellschaft in sich trägt - z. B., wenn er auf seiner einsamen Insel 'fromm' wird. Akteur (oder, strittig, Individuum) und Gesellschaft stehen in einem wechselseitigem Abhängigkeitsverhältnis. Langfristig stabilisieren sich Gesellschaften nur, wenn sie sich über Sozialisation Strukturen und Wertvorstellungen reproduzieren. Ursprüngliche Instanz ist hier durch biologische Determination die Kernfamilie (sogar dies ist umstritten).

"Gesellschaft" in systemtheoretischen Begriffen ist, mit Luhmann ausgedrückt, das umfassendste soziale System, die Einheit, die keine soziale Umwelt mehr hat und alle (anderen) sozialen Systeme, Verhältnisse und Tatbestände umfasst. Anders ausgedrückt ist Gesellschaft alles, was durch Kommunikation füreinander erreichbar ist.

Buch-Tipp: Der Begriff der Angst / Die Krankheit zum Tode Das Mögliche und die Angst "&. die Angst, daß ich mich verraten könnte und alles das sagen, wovor ich mich fürchte, und die Angst, daß ich nichts sagen könnte, weil alles unsagbar ist, - und die anderen Ängste . . . die Ängste. Ich habe um meine Kindheit gebeten, und sie ist wiedergekommen, und ich fühle, daß sie stets noch so schwer...

"Weltgesellschaft"

Tönnies' und Luhmanns Ansätze erlauben - wie die vieler anderer soziologischer Makrotheoretiker - jeden Falls auch die Konzeption einer "Weltgesellschaft" (bei Tönnies durch den Fernhandel, bei Luhmann durch Anschluss von Kommunikationsmedien wie etwa dem "Geld"; bei Marx durch den durchdringenden Ausbeutungsmechanismus in dem Kapitalismus, bei Gumplovicz durch den Krieg zwischen Gruppen usw.).== Gesellschaft (Rechtsform) ==

Das Wort Gesellschaft kommt in dem juristischen Sprachgebrauch (bei Rechtsformen für juristische Personen) vor, so unter anderem als

In diesen Fällen ist das Abgrenzungskriterium meist die Teilhaberschaft an einem Unternehmen.


Gesellschaft Beschreibung

Beurteilung: Gesellschaft Beschreibung Dieser Artikel stellt ca. die Situation in Deutschland dar. Es fehlen noch allgemeine Definitionen und/oder Informationen zu anderen (deutschsprachigen) Ländern.


Buch-Tipp: Der Begriff des Politischen. Text von 1932 mit einem Vorwort und drei Corollarien Pflichtlektüre für Politologen und Juristen Der Begriff des Politischen ist kompakt geschrieben und polarisiert und heute ungekannter Weise auf hohem Niveau zwischen den Begrifflichkeiten von Freund und Feind. In meinen Augen ein guter Einstiegins Funktionieren totalitärer Ideologien, da Schmitt zeigt, wie nahe Radikalisierung und Polarisierung...

Verwandte Themen

Bevölkerung, Demokratie, Ethnologie, Volkskunde, Gemeinschaft, Gesellschafter, Informationsgesellschaft, juristische Person, Marginalisierung, Sozialstruktur, Volk

Siehe auch: Hochzeitsgesellschaft , Geselle, Gesellschaftsspiel, Erlebnisgesellschaft

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